Herbstkonzert 2026

The Loves of Dido and Aeneas — Barock neu erzählt

Ein Musiktheaterprojekt des Greifenberger Barockorchesters
Künstlerische Leitung: Penelope Spencer


Sonntag, 15.11.2026, wahrscheinlich 17 Uhr
Kulturzentrum Trudering,  Wasserburger Landstraße 32, 81825 München
In Zusammenarbeit mit VoxB3

Mit Dido and Aeneas schuf Henry Purcell eines der eindringlichsten Musiktheaterwerke des Barock: eine Oper mit großer emotionaler Dichte, getragen von Tanz, Rhythmus und sprechenden musikalischen Gesten. Das Greifenberger Barockorchester bringt dieses Werk 2026 in einer selten gespielten erweiterten Bühnenfassung von 1700 auf die Bühne – als lebendiges Musiktheater, das historisch informiert ist und unmittelbar berührt.

Wir setzen in diesem Projekt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble VoxB3 unter Leitung von Bryony Lang fort, dessen Mitglieder in verschiedenen Besetzungen Chöre und Arien gestalten.  

Eine Geschichte von Liebe, Pflicht und Verhängnis

Im Zentrum unserer Fassung steht die Liebesgeschichte zwischen Dido, Königin von Karthago, und dem trojanischen Helden Aeneas. Ihre Nähe ist von Anfang an überschattet: von Pflichtbewusstsein, von äußeren Mächten – und von den Hexen, die mit Lust an der Zerstörung in das Geschehen eingreifen.

Ein Erzähler führt  in deutscher Sprache durch Handlung und Szenen und gibt der Fassung ihren Zusammenhang. Musik und Text greifen ineinander und öffnen den Raum für eine konzentrierte, spannungsreiche Aufführung.  

Farbenreichtum und Ensemblegeist

Die erweiterte Bühnenfassung eröffnet eine außergewöhnliche Klangvielfalt. Arien und Chöre, gesungen von VoxB3-Mitgliedern, prägen die dramatischen Höhepunkte des Abends. In Arien agieren Solo-Stimmen etwa als Dido, Aeneas, einzelne Damen des Hofes oder Ober-Hexen, während die Chöre die kollektiven Stimmen des Geschehens formen: Hof, Volk, Seeleute und Hexen erhalten jeweils ihr eigenes klangliches Profil.

Neben den Streich-Instrumenten des Greifenberger Barockorchesters wirken ein Gamben-Consort (Leitung Anna Zimre), ein Blockflöten-Chor (Leitung Tatjana Flickinger) und eine Oboen-Band mit. Diese Besetzung bringt die Farben des barocken Theaters zum Leuchten – von zarter Intimität bis zu greller Dramatik.  

Die tragende Rolle des Orchesters

Für das Greifenberger Barockorchester ist dieses Projekt besonders reizvoll. In der historischen englischen Theatertradition ist das Orchester selbst ein dramatischer Akteur, der in ständiger Bewegung ist: in Tänzen, mit prägnanten Rhythmen und mit scharf gezeichneten Affekten. Der Triumphing Dance, die wilden Hexenszenen oder der raue Sailors’ Dance verlangen nach Klarheit der Geste, nach innerem Puls und nach einem gemeinsamen Atem.

Historische Aufführungspraxis ermöglicht ein Spiel, das Rhythmus, Artikulation und Affekt so präzise fasst, dass Musik als Bewegung, Spannung und Handlung erfahrbar wird.  

Barock – lebendig gedacht

„Barock neu erzählt“ heißt für uns: Verdichtung. Die Musik steht im Zentrum – erschlossen durch Erzählungen, die Handlung und Szenen für ein heutiges Publikum unmittelbar erfahrbar machen.

Das Greifenberger Barockorchester lädt dazu ein, barocke Musik als etwas zutiefst Bewegtes zu erleben: sinnlich, spannungsvoll und reich an Kontrasten. Ein Drama über Liebe und Verlust, Pflicht und Verhängnis – und über die Kraft der Musik, diese Gegensätze hörbar und spürbar zu machen.

Ticket-Information hier